diegretchenfrage

wer nichts weiß, muss alles glauben.

Kategorie: Allgemeines

Fahrrad und Freiheit

Einer der größten Unterschiede zwischen den Generationen zeigt sich, wie ich immer mehr feststelle, am Besitzenwollen, Besitzenmüssen und Reduzieren.

An meinem Vater kann ich das gut abgleichen: Für ihn war das Auto schon immer ein Versprechen der absoluten Freiheit – das verlockende Brummen des Motors, der Fahrtwind, der durch das Seitenfenster hineinweht, das satte Gefühl der Reifen auf dem Asphalt, verstehe ich alles. Ein Auto zui bewegen, ist ein mächtiges, geradezu erhabenes Gefühl. Den Rest des Beitrags lesen »

Schlag auf Schlag

…geht es hier weiter, die Frequenz muss mal gepusht werden, vorbei ist es mit dem Lotterleben!

Huch, ach nein, das war ein anderer Post. In diesem geht es um unser neues Lieblingstrendwort: Achtsamkeit. Eigentlich ist das auch eine Art Backlash zurück zum sogenannten Good Life, also dem #früherwarallesbesser, als wir vom permanenten Stress, Messbarkeit und der Übertechnisierung noch nix gewusst haben oder es irgendwie cool fanden, einer von denen zu sein, die „always on“ sind. On was? Naja, die immer zu tun haben.

Das Tolle an der Trendiness der Achtsamkeit ist, das wir sie jetzt endlich auch tracken und einen Lifestyle draus machen können, um anderen zu zeigen, wie krass weit vorne wir mit dabei sind. Megacool!
Glaubt ihr nicht? Lest hier alles über den Supertrend.

Wer jetzt noch nicht genug hat, kann andere Supertrends ausprobieren. Oder sich zur Abwechslung mal etwas mit geringerem Angeberstatus widmen. Und zwar so richtig, bis man die Zeit ganz vergessen hat. (Nein, saufen zählt nicht so richtig dazu.) Und dann kann man auch die entspannungswütigen sogenannten Detox-Highperformer links liegen lassen.

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SUP in Brandenburg (Image by Anne Jerratsch)

Unter allen fleißigen Kommentatoren wird bei Bedarf ein Set Erwachsenen-Malbücher verlost. Ohne Stifte! Und vielleicht auch eine Runde Stand-Up-Paddling. Wie ihr mögt.

Was ist eigentlich gute Arbeit?

Guten Tag!
Na, haben Sie dieses Jahr gut angegangen? 2017 ist gefühlt schon nicht mehr ganz so frisch, und schon sind alle überarbeitet. Schlimm, schlimm!

Und ich würde lügen, würde ich behaupten, ich hätte nicht mindestens ein paar Mal daran gedacht, alles hinzuwerfen. Gerade bei einem Job, der quasi ausschliesslich aus Frühschichten besteht und mit einem permanenten Stresslevel arbeitet, geht das enorm an die physische und psychische Substanz. Noch dazu herrscht hier gerade das einzigartige meteorologische Phänomen des Berliner Winters: Keine Sonne, Minusgrade, kalt und zugig, und zwar durchgehend von Mitte November bis etwa Ende April. Macht euren Schaas doch alleine!

Aber wie so oft, helfen bei Krisen und harten Zeiten Blicke über den Tellerrand und Gespräche, die inspirieren.

Vor ein paar Wochen *hust*, durfte ich ein ausführliches Interview mit Jana Tepe und Anna Kaiser von Tandemploy führen. Ihre Ideen und ihre neuen Konzepte von Arbeit lest ihr hier.

Sie haben Post!

Guten Tag,

ich räume gerade meinen Computer auf, darum heute nur ein kurzes Zeichen:

Bei den Netzpiloten habe ich zusammen mit einer Kollegin eine Kolumnenreihe mit dem schönen Titel „Zeitgeist technik“ angefangen, in der wir Netz-Trends und Nicht-mehr-Trends aufspüren und schauen, was daraus geworden ist.
Wie ist das bei euch: Schreibt ihr noch sorgfältige und liebevolle Mails an Oma, Opa, Onkel und Tante? Also ich kaum noch. Ich habe aber mal versucht, herauszufinden, woran es liegt, dass wir immer mehr Kommunikationstools haben, aber weniger kommunizieren.

Geht es euch auch so? Ich freue mich über Post – über welches Medium auch immer. [hier bitte Lieblingsemoji einsetzen]

Zeitmaschine mit Musik: Über Radio und Radiooooo

Ich liebe das Radio. Also nicht nur die Tatsache, dass ich schon dort arbeiten durfte, sondern ganz einfach auch das Durchschalten der Sender, die Gespanntheit, was wohl auf welcher Welle gerade los ist.
Eines meiner frühesten Kindheitserinnerungen ist die im Hintergrund nur leise wahrnehmbare, sonore Sprecherstimme von jemandem, der mit Sorgfalt Meldungen vorliest, sicherlich aus dem Deutschlandfunk oder einer anderen Institution, während meine Mutter in der Wohnung umherräumt und ab und zu der Ari schrillt und die Verkehrsnachrichten durchgibt – wie viele Orte ich nur anhand ihrer problematischen Autobahnkreuzungssituation kenne, kann ich gar nicht mehr zählen. Aber das ist natürlich nicht alles.
Ich verbinde Radio mit einem nie abreißenden Draht zur Welt, zu anderen Kulturen und mit mir bis dato völlig unbekannten Musikstilen und -Epochen. Wenn man sich dabei noch in Erinnerung ruft, wie viele Menschen wohl jetzt womöglich gleichzeitig das selbe Lied hören und wie diese sich dabei wohl fühlen mögen, kann den stets abrufbaren Streams von heute kaum noch etwas abgewinnen.

Ein Projekt, das ich in der, zugegegeben etwas schwelgerischen, Erinnerung an diese Zeiten entdeckt habe, nennt sich radiooooo und entführt musikalische Entdecker in Zeit und Raum. Genauer erklärt habe ich das Projekt bei dem Netzpiloten, probiert es doch gern mal aus!

Ich wünsche euch laue Sommernächte und eine wundervolle musikalische Kulisse! Und tanzen nicht vergessen!